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Robuste Reben, robuste Erträge: Warum Delinat auf neue Rebsorten setzt

Themenfeld «Klima, Biodiversität und Energie: Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft»
- Jahrhundertelang wurden europäische Rebsorten nur auf Ertrag und Geschmack getrimmt und geklont. So konnten sie sich genetisch nicht an neue Gegebenheiten anpassen und wurden äusserst krankheitsanfällig. Heute holt die Züchtung die natürlichen Resistenzgene aus Wildreben. öbu-Mitglied Delinat setzt seit Jahren auf diese robusten Sorten, weil sie die Umwelt entlasten und die Ernten sicherer machen.

Optimiert und verwundbar

Fast alle klassischen Weine stammen von einer einzigen Art, der europäischen Kulturrebe Vitis vinifera. Über Jahrhunderte wurden jene Reben vermehrt, die am meisten und am besten trugen. Was dabei verloren ging, fiel lange nicht auf: die Fähigkeit, sich gegen Krankheiten und Klimaextreme zu behaupten.

Im 19. Jahrhundert wurde diese Schwäche zum grossen Verhängnis. Mehltau und Reblaus gelangten aus Nordamerika nach Europa und brachten den Weinbau an den Rand des Zusammenbruchs, weil die europäischen Rebsorten keine Resistenzen dagegen hatten. Die Rettung kam ausgerechnet von dort, woher die Schädlinge stammten: Amerikanische Wildreben hatten sich über Jahrtausende mit ihnen entwickelt und waren widerstandsfähig. Auf ihre Wurzeln gepfropft überlebten die europäischen Sorten. Bis heute stecken diese Wildreben in fast allen Unterlagen, auf denen Europas Reben wachsen.

Vielfalt statt Supergen

Die pilzwiderstandsfähigen Sorten, kurz PIWI, gehen einen Schritt weiter. Sie kombinieren Resistenzen aus ganz unterschiedlichen Quellen: aus nordamerikanischen Wildreben, aus Arten, die in Nordostasien extremer Kälte trotzen, und aus der genetisch weit entfernten Muscadinia, deren Resistenzgen gegen Echten Mehltau für die heutige Züchtung besonders wertvoll ist.

Die Erfahrung der Züchtung ist dabei eindeutig: Ein einzelnes «Supergen» kann versagen, wenn sich der Erreger anpasst. Stabil wird die Resistenz erst durch eine breite genetische Basis.

Warum Delinat darauf setzt

Für Delinat ist das keine akademische Frage. Das Unternehmen bezieht seine Weine von rund 100 Familienweingütern in ganz Europa, die nach eigenen, strengen Richtlinien wirtschaften. Jede Ernte, die wegen Pilzbefall oder Wetterextremen ausfällt, fehlt am Ende im Sortiment. Und solche Jahre werden mit dem Klimawandel häufiger.

PIWI-Reben setzen genau hier an: Sie müssen je nach Jahrgang deutlich weniger behandelt werden. Das bedeutet weniger Durchfahrten, weniger Bodenverdichtung und weniger Aufwand für die Winzerinnen und Winzer, vor allem aber stabilere Ernten auch in schwierigen Jahren. Zusammen mit Biodiversität und Permakultur, die Delinat in seinen Richtlinien fördert, entsteht so ein Anbausystem, das Störungen besser abfedern kann und äusserst zukunftsfähigen, ökologischen Weinbau ermöglicht.

Dankeskarte 7

Eine klare Haltung hat Delinat auch zur aktuellen Debatte um die neue Gentechnik: Aus Sicht des Unternehmens ist sie nicht die Lösung. Einzelne Gene gezielt zu verändern sei aufwendiger, risikoreicher und deutlich teurer als mit klassischer Kreuzung viele Resistenzen in einem Schritt zu kombinieren. 

Nachhaltig und resilient: kein Widerspruch

Bei Delinat lassen sich Nachhaltigkeit und Resilienz kaum voneinander trennen. Was die Umwelt entlastet, macht auch die Ernte sicherer. Ob das immer so ist oder ob Unternehmen manchmal zwischen beidem abwägen müssen, ist eine der Fragen des diesjährigen Forum ö am 29. Oktober 2026 in Zürich: «Resilienz, Nachhaltigkeit und die Frage, was zuerst kommt».

Wer die Weine aus robusten Sorten selbst probieren möchte, hat dort ebenfalls Gelegenheit dazu: Delinat sponsert die Weine am Forum ö.