Erneuerbare stärken statt Atom-Kehrtwende: Jetzt dem Wirtschaftskomitee beitreten!
Die «Blackout-Initiative» aus SVP-Kreisen will die Kompetenzen im Energiebereich neu regeln, neue Kernkraftwerke zulassen und Gaskraftwerke verbieten. Der Bundesrat hat als Reaktion darauf einen Gegenvorschlag verabschiedet, der den Bau neuer Kernkraftwerke erlaubt. Dieses wurde vom Ständerat bereits angenommen und wird im Juni im Nationalrat diskutiert, eine Volksabstimmung findet voraussichtlich Anfang 2027 statt.
Kernkraft-Versprechen schadet den Erneuerbaren direkt
Das Wirtschaftskomitee «für eine sichere Stromversorgung mit Erneuerbaren» will Öffentlichkeit und Politik aufzeigen, dass neue Kernkraftwerke ökonomisch nicht sinnvoll sind: Sie sind teuer und erfordern hohe staatliche Subventionen. Es ist damit zu rechnen, dass diese zu Lasten der Fördergelder für Erneuerbare gehen, denn das Geld ist knapp. Und bereits die Debatte über neue AKW stellt die mittel- und langfristige Rentabilität erneuerbarer Energieanlagen in Frage – in der Folge steigen die Finanzierungskosten und private Investoren überlegen sich zweimal, ob sie wirklich noch in Solar oder Wind investieren wollen. Diese Dynamik führt dazu, dass der geplante Ausbau der Erneuerbaren gebremst wird, doch auf diesen sind wir für eine sichere Stromversorgung und die Dekarbonisierung bis 2050 dringend angewiesen. Es sind also Markteffekte, welche AKW zum Totengräber der Erneuerbaren machen könnten.
AKW sind teuer und ineffizient
Selbst später, wenn ein neues Kernkraftwerk wirklich am Netz wäre (frühestens 2050), taugte es nicht als Ergänzung der Erneuerbaren. Weil die grossen Kraftwerke so teuer sind, müssen sie zwingend ganzjährig betrieben werden. Das heisst: In den Monaten, in denen wir schon heute zu viel Strom haben, würde der Überschuss noch grösser, was zu Negativpreisen führt und Laufwasser- und Solaranlagen unrentabel macht – also die Attraktivität der Erneuerbaren noch zusätzlich senkt! Aus Sicht der Versorgungssicherheit ist klar: Für die wenigen Stunden im Jahr, in denen eine Unterversorgung möglich ist, sind gut ausgebaute Netze, Speicher, flexible Verbrauchssteuerung und gegebenenfalls Reservekraftwerke viel die effizientere Lösung. Zudem ist eine stabile Einbindung in den europäischen Strommarkt mittels Strommarktabkommen essenziell.
Ungelöste Risiken der Kernkraft
Unser Komitee steht neuen technologischen Entwicklungen grundsätzlich offen gegenüber und anerkennt die Bedeutung von Forschung, auch im Bereich der Kernenergie. Doch heute sind entgegen einiger Behauptungen die grössten Risiken nach wie vor ungelöst: Für die Einlagerung von radioaktivem Abfall arbeitet die NAGRA erst an einem Konzept. Die Sicherheitsrisiken sind insbesondere in der dicht besiedelten Schweiz auch mit neueren Reaktoren oder kleinen AKW sehr hoch. Und gerade in der aktuellen geopolitischen Situation machen uns Kernkraftwerke auch als militärische Ziele verwundbar.
Die Erneuerbaren sind auf Kurs
Schon heute stammt rund 75% unseres Stroms aus erneuerbaren Quellen, und der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft verläuft schneller als je zuvor – bis 2035 werden allein Solaranlagen rund 28 TWh pro Jahr liefern. Diese kombiniert mit flexibler Wasserkraft, Energiespeichern (Batterien, Pumpspeicher), Windkraft und Stromimporten erlaubt eine dezentrale und sichere Stromversorgung für die Zukunft.