BioPrint: Biodiversitäts-Fussabdruck für Unternehmen
BioPrint – Eine inter- und transdisziplinäre Forschungskooperation
Globale Wertschöpfungsketten in ihrer derzeitigen Form sind mitverantwortlich für den irreversiblen Verlust der biologischen Vielfalt, untergraben Ökosystemleistungen, gefährden die Ressourcensicherheit und verschärfen Gesundheits-, Wirtschafts- und Regulierungsrisiken. Das Ziel des BioPrint-Projekts ist es, zu verstehen, welche Strategien und praktischen Lösungen im Unternehmenskontext im Zusammenhang mit dem Biodiversitätsmanagement als Grundlage für den Schutz der biologischen Vielfalt dienen können. Dieses Verständnis hilft Unternehmen dabei, wirkungsvolle Massnahmen zum Biodiversitätsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen.
Das Projektteam ist eine inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit der Ökobilanz-Forschungsgruppe der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Fachwissen zur Quantifizierung der Biodiversität), der Berner Fachhochschule (Sozialmarketing, Fachwissen zu Verhaltensänderungen), der Universität Zürich (Wirtschaft, Fachwissen zu nachhaltigem Marketing) und dem Verband für nachhaltiges Wirtschaften, öbu (Fachwissen zu Nachhaltigkeitsmanagement und Wertschöpfungsketten).
BioPrint berechnet den potentiellen Biodiversitätsverlust entlang Wertschöpfungsketten auf Branchen-, Unternehmens- und Produktebene, damit Entscheidungsträger Strategien und praktische Lösungen mit relevanten und wirksamen Auswirkungen auf die Verringerung des Biodiversitäts-Fussabdrucks identifizieren können. Damit schafft BioPrint eine Ökobilanz-basierte Grundlage für das Biodiversitätsmanagement auf Unternehmensebene, wobei der Schwerpunkt zunächst auf einer Auswahl von Produkten innerhalb einer Branche mit hohem Biodiversitätsimpakt liegt. Anschliessend können die gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Branchen übertragen werden.
BioPrint entwickelt praktische und standardisierte Umsetzungslösungen und berücksichtigt dabei organisatorische, kulturelle und soziale Faktoren, die derzeit eine grosse Herausforderung für Unternehmen darstellen, die biodiversitätspositive Strategien und Massnahmen umsetzen. Zu diesem Zweck berücksichtigt es reale Geschäftsumfelder und die Einschränkungen bei der Umsetzung einer Transformation der Wertschöpfungskette, ohne die Wertschöpfung erheblich zu beeinträchtigen.
Eckdaten zum Projekt
In Kooperation mit der ZHAW und der UZH hat öbu erfolgreich eine Förderung im Rahmen des NFP82 des Schweizerischen Nationalfonds eingeworben.
Projektverantwortliche:
- Matthias Stucki, Institut Umwelt und Natürliche Ressourcen ZHAW, Switzerland
- Laurenz Bub, öbu Der Verband für nachhaltiges Wirtschaften, Switzerland
- Martin Natter, Institut für Betriebswirtschaftslehre Universität Zürich, Switzerland
- Sabrina Stöckli, Marketing and Global Management Group Department of Business Bern University of Applied Sciences, Switzerland
Projektpartner: Berner Fachhochschule BFH; Universität Zürich; öbu - Der Verband für nachhaltiges Wirtschaften
Projektstatus: laufend, gestartet 11/2025
Institut/Zentrum: Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen (IUNR)
Drittmittelgeber: SNF – NFP 82 «Biodiversität und Ökosystemleistungen»
öbu-Arbeitsgruppe Biodiversitätsmanagement
Parallel zu BioPrint wurde von öbu eine Arbeitsgruppe für Unternehmen ins Leben gerufen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, einen Wissenstransfer zwischen Forschung und unternehmerischer Praxis herzustellen und darüber sowohl das Forschungsprojekt als auch die teilnehmenden Unternehmen in ihren biodiversitätsbezogenen Aktivitäten zu unterstützen. Im Zentrum steht dabei auch der Austausch von Erfahrungen, Herangehensweisen und Best- bzw. Good-Practices mit dem Thema Biodiversität. Mit dabei sind namhafte Schweizer Unternehmen wie z.B. Siemens, Implenia, Coop, Migros, die Post, Menu and More, Coca Cola HBC und viele mehr.
Ausserdem werden die Ergebnisse aus BioPrint (v.a. Massnahmen & Strategien zum Biodiversitätsschutz) hier in der Praxis genutzt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet. Die Arbeitsgruppe trägt so dazu bei, die Unternehmensperspektive in dem Projekt zu stärken. Schliesslich sollen effektive Formate und Kanäle zur Verbreitung der Ergebnisse des BioPrint-Forschungsprojektes definiert werden. Zum Beispiel in Form eines praxisnahen Leitfadens für Unternehmen, der bei der Erarbeitung von Biodiversitätsstrategien Hilfestellung leistet.