Zirkuläre Geschäftsmodelle: Mit einer Idee starten und das Geschäftsmodell neu denken
Was ein Geschäftsmodell zirkulär macht
Ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen Wert schafft, anbietet und daran verdient. Ein zirkuläres Geschäftsmodell geht einen Schritt weiter: Es sorgt dafür, dass Produkte und Materialien möglichst lange im Umlauf bleiben und ihr Wert erhalten wird. Das beginnt beim Design und reicht bis zur Frage, was mit einem Produkt am Ende seiner Nutzung passiert.
Dabei gilt: Je näher am ursprünglichen Produkt, desto mehr Wert bleibt erhalten. Ein Gerät weiterzuverwenden, zu reparieren oder aufzubereiten, braucht in der Regel weniger Aufwand als es in seine Materialien zu zerlegen und daraus Neues herzustellen. Recycling ist wichtig, steht aber erst am Ende der Kette.
Typische Ansätze aus der Praxis
Zirkuläre Geschäftsmodelle können sehr unterschiedlich aussehen. Einige Beispiele:
Nutzen statt besitzen: Kundinnen und Kunden bezahlen für die Leistung eines Produkts, das Eigentum bleibt beim Anbieter. Damit hat dieser ein Interesse an langlebigen, reparierbaren Produkten
Wiederverwendung und Mehrweg: Produkte oder Verpackungen kommen zurück, werden gereinigt oder geprüft und erneut eingesetzt.
Reparatur und Aufbereitung: Produkte oder einzelne Module werden instand gesetzt und weiterverkauft
Teilen: Mehrere Nutzende teilen sich ein Produkt, statt dass jede und jeder ein eigenes kauft
Auch Dienstleister können zirkulär arbeiten, zum Beispiel indem sie Wiederverwendung organisieren, vermitteln oder dazu beraten
Vier Wege zur Business Model Innovation
Selbst ausprobieren!
Ein guter Startpunkt ist das Business Model Canvas. Es bildet ein Geschäftsmodell auf einer Seite ab: von den Kundinnen und Kunden über das Angebot bis zu Partnern, Kosten und Einnahmen. Unsere Version ergänzt die neun klassischen Felder um zwei zirkuläre, nämlich Kreisläufe und Wirkung.
Unsere Einladung: Überlegt euch zuerst eine zirkuläre Idee für euer Unternehmen, zum Beispiel Produkte zurückzunehmen und aufzubereiten oder statt des Produkts dessen Nutzung zu verkaufen. Ladet dann das Canvas herunter und spielt die Idee Feld für Feld durch. Die Leitfragen in jedem Feld helfen dabei. So zeigt sich, was sich am Geschäftsmodell verändert: Vielleicht braucht es neue Partner, es entstehen andere Kosten oder das Geld kommt auf anderem Weg herein.
Danach geht es um die Frage, wie sich die Idee wirtschaftlich tragen kann: Womit verdient das Unternehmen Geld, wie lassen sich Rücknahme und Aufbereitung bezahlbar organisieren, und was überzeugt Kundinnen und Kunden mitzumachen?
Kreislaufwirtschaft bei öbu
Zukunftsfähige Geschäftsmodelle sind eines der Schwerpunktthemen von öbu, und die Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine zentrale Rolle. Wir bringen Unternehmen zusammen, die voneinander lernen und gemeinsam Kreisläufe schliessen wollen.
Beschäftigt ihr euch gerade mit der Frage, wie euer Geschäftsmodell zirkulärer werden kann? Meldet euch bei uns. Wir freuen uns auf den Austausch.