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PFAS: Was KMU jetzt tun können – und sollten

Themenfeld «Regulatorik und Berichterstattung: Impact & Verantwortung sichtbar machen»
- Ab August 2026 beginnen neue EU-Regeln zu PFAS zu wirken. Sie betreffen weit mehr Branchen, als viele KMU vermuten. Wie Sie Ihre eigene Betroffenheit mit überschaubarem Aufwand erkennen und erste Schritte einleiten, zeigt ein neues öbu-Factsheet.

Warum das Thema jetzt drängt

PFAS, die sogenannten «Ewigkeitschemikalien», werden uns in den nächsten Jahren begleiten, ob wir wollen oder nicht. Seit den 1950er-Jahren werden sie wegen ihrer nützlichen Eigenschaften eingesetzt: wasser-, fett- und schmutzabweisend, hitzebeständig und chemisch extrem stabil. Genau diese Stabilität ist das Problem: PFAS bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab und reichern sich in Böden, Gewässern, Pflanzen, Tieren und im menschlichen Körper an.

In der Schweiz sind einzelne wichtige PFAS-Gruppen bereits verboten, ein allgemeines Verbot wird diskutiert. Die EU geht weiter: Sie bereitet ein Verbot von über 10'000 PFAS-Verbindungen vor, mit gestaffelten Übergangsfristen bis 2039. Weil Schweizer Unternehmen über Import und Export eng mit dem EU-Markt verflochten sind, lohnt es sich, sich frühzeitig direkt an den EU-Regeln zu orientieren.

Die zentrale Frage lautet deshalb: Was können – und sollten – KMU heute tun, um ihre eigene Betroffenheit erst zu erkennen und dann, wo möglich, zu reduzieren? Denn niemand möchte sehenden Auges in Schwierigkeiten geraten.

Wo PFAS überall stecken

PFAS tauchen in überraschend vielen Branchen auf: in Textilien und Leder, Lebensmittelverpackungen und Backpapier, Kosmetika, in der Metallverarbeitung, in Elektronik, Gebäudefassaden und -dichtungen, Fahrzeugteilen, Batterien und Wärmepumpen oder in medizinischen Kunststoffteilen. Mal stecken sie im Produkt selbst, oft aber in vorgelagerten Prozessschritten – in Prozesshilfsmitteln, Beschichtungen oder Verpackungen. Gerade deshalb wissen viele KMU gar nicht, dass sie überhaupt eine PFAS-Exposition haben.

Die Folge: Die EU-Regelung wird für tausende Produkte Ersatzstoffe und neue Lösungen nötig machen. Nach Ablauf der Übergangsfristen dürften viele der heute üblichen Produkte in der EU nicht mehr zugelassen sein.

Erste Schritte - Je nach Rolle in der Wertschöpfungskette

Für öbu-Mitglieder ist das Factsheet kostenlos. Es nennt konkrete erste Schritte - abgestuft danach, ob ein Unternehmen als Hersteller, Händler, Anwender oder Entsorger tätig ist. So kann sich jedes KMU rasch orientieren, ohne gleich ein grosses Projekt aufsetzen zu müssen.

Warum sich das Handeln lohnt

Für ein frühzeitiges Vorgehen sprechen mehrere Gründ. Neben dem Schutz von Mensch und Umwelt: geringere Haftungsrisiken, neue Marktchancen, Versorgungssicherheit und die rechtzeitige Vorbereitung auf kommende Regularien und Verbote.