Helvetas ist neu bei öbu: Wie NGOs und Unternehmen gemeinsam nachhaltige Entwicklung voranbringen
Risiken früher Einschätzen
Widerstandsfähigkeit steht schon seit einiger Zeit ganz oben auf der Agenda der Unternehmen. Was sich nun jedoch ändert, ist das Ausmass der Unsicherheit – und die Notwendigkeit, auf extremere Szenarien vorbereitet zu sein. Unternehmen müssen zunehmend volatile Marktentwicklungen antizipieren, Risiken früher einschätzen und schnell erkennen, wo Anpassung und Zusammenarbeit neue Chancen eröffnen können.
Für die Gemeinschaften sind dieselben Entwicklungen unmittelbar spürbar, durch Einkommensunsicherheit, geringere Möglichkeiten, in Ausbildung oder Kleinunternehmen zu investieren, und wachsenden Druck auf die natürlichen Ressourcen, von denen sie abhängig sind. Wirtschaftliche Resilienz und nachhaltige Entwicklung sind deshalb eng miteinander verbunden.
Teil eines Systems, das zur Lösung beiträgt
Unternehmenspartnerschaften für nachhaltige Entwicklung gehen von dieser gemeinsamen Realität aus. Unternehmen und Entwicklungsorganisationen stützen sich zunehmend auf dieselben Grundlagen für einen sinnvollen Wandel: widerstandsfähige Gemeinschaften, förderliche lokale Märkte und ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Entwicklungsherausforderungen sind miteinander verflochten. Sie können nicht allein von Nichtregierungsorganisationen oder Regierungen gelöst werden. Unternehmen sind in diese Systeme eingebunden; sie sind von diesen Herausforderungen betroffen und können über ihre Beschaffung, Investitionen und Geschäftstätigkeit zu tragfähigen Lösungen beitragen. Diese Abhängigkeiten und Auswirkungen bergen sowohl Risiken als auch Chancen. Entscheidend ist, wie Unternehmen und NGOs ihre jeweiligen Stärken verbinden können, damit langfristiger Mehrwert für Menschen, Umwelt und Wirtschaft entsteht.
Wie NGOs und Unternehmen zusammenarbeiten können, um eine grössere Wirkung zu erzielen
Unternehmen bringen Marktkenntnis, Innovationskraft, Ressourcenund Skalierungspotenzial mit. NGOs ergänzen lokale Verankerung, thematisches Fachwissen und Umsetzungserfahrung und ermöglichen als neutrale Vermittler den Zugang zu öffentlichen, privaten und kommunalen Akteuren. Gemeinsam können sie Lösungen entwickeln, die wirtschaftlich tragfähig und lokal wirksam sind.
Die Zusammenarbeit kann unterschiedliche Formen annehmen – von gemeinsamen Projekten und nachhaltigen Lieferketteninitiativen bis zu öffentlich-privaten Partnerschaften mit öffentlicher Kofinanzierung.
Besonders wertvoll sind solche Kooperationen, wenn Partner Risiken gemeinsam tragen, neue Ansätze erproben und erfolgreiche Lösungen gemeinsam skalieren.
In einer zunehmend unsicheren Welt bieten starke sektorübergreifende Partnerschaften eine praktische Grundlage für Vorsorge, Resilienz und langfristige Entwicklungswirkung. Als neues Öbu-Mitglied möchte Helvetas den Austausch mit Unternehmen vertiefen, voneinander lernen und neue Kooperationen anstossen. Wo wirtschaftliche Interessen und Entwicklungsziele zusammenkommen, können tragfähige Lösungen entstehen.
Autorin
Verantwortliche Firmenpartnerschaften, Helvetas Swiss Intercooperation
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