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Bald PET-Pfand Pflicht in der Schweiz?

- Nach dem Vorstoss im Nationalrat, ein Pflichtpfand für alle Getränkedosen und -flaschen zu fordern, untersuchte das öbu-Mitglied Swiss Recycling mögliche Auswirkungen. Das Resultat: Die Recyclinglösung mit Pfand für die Schweiz habe weder ökologischen noch ökonomischen Mehrwert.

Der Verein Swiss Recycling hält den Vorstoss des Nationalrats Alois Gmür (CVP, SZ) zur Einführung eines Pfands für alle Getränkedosen und -flaschen für wenig sinnvoll. Ein Pfand könne insbesondere für Mehrweg-Systeme unerlässlich sein, da es einen finanziellen Anreiz darstelle, die Getränkeverpackungen unbeschädigt zur Sammelstelle zurück zu bringen. Auch auf Einweg-Verpackungen könnte ein Pfand erhoben werden. Allerdings würden Erfahrungswerte aus dem Ausland zeigen, dass die Einführung den Mehrweg-Anteil nicht steigere, womit das Pfand keinen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch hat. Weiter kostet die aktuelle Lösung in der Schweiz rund zwei Drittel weniger als das Pfandsystem in benachbarten Ländern. Und auch die Komfort würde unter der neuen Strategie leiden, da mit dem Pfand in Zukunft die Getränkedosen und -flaschen lediglich bei den Verkaufsstellen - also im Detailhandel zu üblichen Öffnungszeiten - retourniert werden könnten. Damit reduzierten sich die Anzahl Sammelstellen von über 100’000 auf 7’000. Bei solch einer massiven Abnahme der Rückgabestellen bestehe die Gefahr, dass der Lösungsvorschlag eines Pflichtpfandes im Gegenteil mündet, von dem was sich die Unterstützer des neuen Recyclings-System erhoffen. Nämlich in einer verminderten Rückgabe und damit einhergehend einer Förderung des Litterings. 

Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf

Swiss Recycling legt deshalb nahe, dass die Einführung des Pfandes für die Schweiz keine Lösung darstellt. In ihrer Medienmitteilung heisst es: “Für Länder ohne funktionierende Rücknahmesysteme kann das Pfand ein geeignetes Instrument sein, um die Sammlung zu fördern. Für die Schweiz mit ihren hochentwickelten Recycling-Systemen ist das Pfand hingegen kein geeignetes Instrument, um das Littering oder den Ressourcenverbrauch zu reduzieren.” Zudem würde mit der Einführung wartungsintensiver Pfandautomaten das Kosten-Nutzen-Verhältnis beim Recycling der Getränkeverpackungen sinken, womit das Pflichtpfand weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll wäre. Auch Jean-Claude Würmli, Geschäftsführer vom Verein PET Recycling Schweiz, steht der Systemänderung kritisch entgegen. Gegenüber der Luzerner Zeitung betonte er, dass auch Länder mit Pfandsystemen Probleme mit Littering haben und dies kein systembedingtes Problem sei, sondern eine Frage der Einstellung.

Quelle Titelbild: Unsplash