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Versicherbarkeit von Reuse-Baumaterialien in der Schweiz – Ein Schritt in die Zukunft der Kreislaufwirtschaft

- Die Wiederverwendung von Baumaterialien ist ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Doch wie lässt sich die Versicherbarkeit von Reuse-Materialien konkret gestalten? In Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten arbeiten wir an einer Lösung.

Die Initiative «Wiederverwendung in der Bauindustrie» setzt auf das Potenzial von Reuse-Materialien, um CO₂-Emissionen zu senken, Abfall zu vermeiden und die graue Energie ihm Bausektor zu reduzieren. Doch trotz wachsendem Interesse und ersten Pilotprojekten bleibt die Skalierung von Reuse im Bauwesen eine Herausforderung. Ein zentrales Hindernis liegt in der fehlenden Versicherbarkeit oder der Unklarheit, wie Risiken, Verantwortlichkeiten und Gewährleistungsfragen bei wiederverwendeten Bauteilen abgesichert werden können.

Aktuell existieren für neue Baustoffe etablierte Marktstrukturen, technische Standards und Produkthaftungsregime. Doch im Bereich der Wiederverwendung fehlt ein vergleichbares Modell. Insbesondere stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Verantwortung für die Qualität, Prüfung, das Inverkehrbringen und mögliche Mangelfolgen von Reuse-Materialien? Wer ist verantwortlich, wenn ein wiederverwendetes Bauteil einen Schaden verursacht?

Warum Versicherbarkeit von Reuse-Bauteilen eine Herausforderung darstellt

Wiederverwendete Materialien weisen oft eine unvollständige Materialhistorie auf und wurden in unterschiedlichen Gebäuden und Nutzungssituationen eingesetzt, was die Risikobewertung erschwert. Zudem fehlen standardisierte Prüfverfahren und klare Verantwortlichkeiten in der Reuse-Wertschöpfungskette. Dennoch gibt es erste Modelle, wie das in Frankreich, das eine Garantieerweiterung für bestimmte Materialkategorien anbietet, allerdings oft ohne tragende oder bewitterte Bauteile. Anstatt jedes Bauteil einzeln abzusichern, könnten Materialgruppen mit unterschiedlichen Prüf- und Risikoniveaus definiert und als Zusatzbaustein in bestehende Gebäudeversicherungen integriert werden. Dieser Ansatz könnte langfristig ein skalierbares, standardisierbares Modell für die Versicherbarkeit von Reuse-Bauteilen schaffen.

Ein Blick nach vorne

Wir sind weiterhin im Austausch mit Expertinnen und Experten aus der Versicherungsbranche, um diese Herausforderungen zu adressieren. Die Gespräche zeigen, dass es möglich ist, Reuse-Materialien in bestehende Versicherungsmodelle zu integrieren, auch wenn noch Lücken bestehen. Die Entwicklung eines praktikablen Modells ist ein wichtiger Schritt, um die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen voranzutreiben.