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Insekt auf Insect Respect Flaeche Mohn

Biodiversität im Fokus - Neue Standards, Erkenntnisse und Lösungen

Themenfeld «Klima & Biodiversität: Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft»
- Die Integration von Biodiversitätsaspekten in die Unternehmensstrategie wird 2026 an Relevanz gewinnen. Neue Standards, Erkenntnisse aus der Forschung und praktische Lösungen helfen Unternehmen dabei, Biodiversitätsaspekte systematisch in Strategie und operative Prozesse zu integrieren

Neue ISO-Norm integriert Biodiversität in Strategie und Geschäftstätigkeiten

Ende letzten Jahres erschien mit der ISO-Norm 17298 - “Biodiversity in Strategy and Operations” eine neuer internationaler Standard für das Biodiversitätsmanagement. 

Ziel der Norm ist es, Bewusstsein für unternehmerische Abhängigkeiten und. Auswirkungen im Kontext mit Biodiversität zu schaffen und entsprechende Risiken & Chancen in Bezug zu identifizieren. Weiterhin bietet die Norm einen Rahmen, mit dem Biodiversität gezielt in strategische Entscheidungen und operative Prozesse eingebunden werden soll und der die Entwicklung und Implementierung eines Aktionsplans zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität unterstützt. Ziele und Massnahmen sollen somit mess- und überprüfbar gemacht werden. Die Norm ist kompatibel mit bestehenden Normen u. Rahmenwerken (z.B. ISO 14001TNFDSBTN) und orientiert sich am Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF).

Dabei ist anzumerken, dass die Norm vor allem Leitlininencharakter hat. Sie macht (z.B. im Gegensatz zu ISO 14001) keine festen Vorgaben, sondern bietet einen flexiblen, praxisorientierten Rahmen für die Integration von Biodiversitätsaspekten. Dabei bleibt sie jedoch abhängig von externen Standards und Methoden.

Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten - neuer Bericht der SCNAT

Dass es grossen Handlungsbedarf gibt, zeigt auch der aktuelle Bericht des Forum Biodiversität Schweiz zum Zustand der Biodiversität in der Schweiz. Die Fakten sind ernüchternd: Die Biodiversität in der Schweiz hat in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen. Zwar hat sich der Rückgang zuletzt verlangsamt, doch auch weiterhin stehen die Ökosysteme unter erheblichem Druck – unter anderem durch intensive Landnutzung, Umweltbelastungen, invasive Arten und die Klimakrise.

Entscheidend für die langfristige Sicherung der Biodiversität sind konkrete Massnahmen in allen relevanten Sektoren sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft. Auch Unternehmen sind gefordert. Einerseits müssen sie ihre Auswirkungen auf die Biodiversität verstehen und reduzieren. Gleichzeitig verfügen sie über praxisnahes Wissen, Innovationskraft und Investitionsmöglichkeiten und spielen somit eine Schlüsselrolle.

Neues aus dem BioPrint-Forschungsprojekt

Unsere Forschungskooperation “BioPrint - Fostering Biodiversity Footprint Management Along Value Chains” nimmt an Fahrt auf. Gemeinsam mit der ZHAW, der BFH und der UZH führen wir ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt durch, welches das Management von Biodiversitäts-Fussabdrücken von Produkten verbessern soll.

Gelingen soll dies durch Quantifizierung des ökologischen Fußabdrucks mithilfe von Ökobilanz- und Handelsdaten, durch Entwicklung und Erprobung von Managementstrategien sowie durch die Verbreitung der Ergebnisse in die unternehmerische Praxis. Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, wirkungsvolle Massnahmen zum Biodiversitätsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen.

Das Projekt wird im Rahmen des NFP82 des Schweizerischen Nationalfonds über eine Laufzeit von 48 Monaten gefördert.

Anfang des Jahres traf sich die Projektgruppe an der ZHAW in Wädenswil. Besprochen wurden unter anderem der Zeitplan und die anstehenden Arbeitsschritte. Einer davon wird sein, zunächst die gesamte Schweiz anzuschauen und für alle Sektoren die jeweiligen Biodiversitätshotspots zu identifizieren. Eine erste Case Study ist für den Food Bereich geplant.

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Die BioPrint-Forschungsgruppe: Corinna Bolliger, Reto Deuber, Matthias Stucki, Laurenz Bub, Sabrina Stöckli, Fabian Elsener, Chloé Petris

öbu-Arbeitsgruppe sichert Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis

Auch die öbu-Arbeitsgruppe “Biodiversitätsmanagement” die eng mit dem BioPrint-Projekt zusammenarbeitet, trifft sich in 2026 einmal pro Quartal und diskutiert biodiversitätsbezogene Aktivitäten wie z.B. den Aufbau einer Biodiversitätsstrategie, die Verfügbarkeit relevanter Daten oder geeignete Methoden und Standards.