Kanton Tessin setzt auf Wiederverwendung - Jetzt Projekte einreichen (D)
Eine neue kantonale Strategie
Der Kanton Tessin fördert einen neuen Kreislaufansatz im Bauwesen, der Wiederverwendung gegenüber Recycling priorisiert und dabei sowohl den Materialwert als auch die gebundene Energie erhält. Die Initiative der Minusio-Brücken ist das erste Projekt dieser Art in der Region und markiert einen Wandel vom Abfallmanagement hin zur Materialwiederverwendung als gestalterischen Antrieb.
Die Brücke Remorino in Minusio
Die drei Brücken als Materialressource
Die Brücken Remorino, Fontile und Navegna wurden 1936 erbaut und im Laufe der Zeit schrittweise angepasst, um den sich verändernden Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden. Heute entsprechen sie nicht mehr den aktuellen Verkehrsanforderungen. Anstatt diesen Übergang als ein Ende der Lebensdauer zu betrachten, erkennt das Projekt die Brücken als bedeutenden Bestand an Stahlbeton mit grossem Potenzial für die Wiederverwendung in neuen Kontexten.
Von der Infrastruktur zum verfügbaren Material
Die Brücken treten in eine Rückbauphasemit einer Dauer von etwa zwei Jahren ein, in der die Strukturen sorgfältig in wiederverwendbare Elemente zerschnitten werden. Mit dieser Initiative fördert der Kanton Tessin nicht nur die Wiederverwendung, sondern gibt auch ein Beispiel: Ein Teil des gewonnenen Materials wird in einem öffentlichen Bauprojekt verwendet. Gleichzeitig lanciert der Kanton einen offenen Projektaufruf und lädt Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Landschaftsarchitektinnen und -architekten ein, neue Anwendungen für die gewonnenen Betonelemente vorzuschlagen. Beiträge können bis zum 30. September 2026 eingereicht werden. Alle relevanten technischen Informationen, einschliesslich Materialmengen und Dokumentation, stehen zum Download bereit.
Picture: Adrian Michael -CC BY 4.0