Veranstaltung im Au Premier in Zürich
Arthur Braunschweig, Öbu
Peter Bakker, WBCSD
Barbara Dubach, Daniel Wild, Daniel Rüfenacht, Rashila Kerai und Peter Bakker
Networking in der Pause
Angeregte Diskussionen
Barbara Dubach präsentiert Studie zu Materiality
Adrienne Williams, Barbara Dubach und Dominik Slappnig

Öbu-Event: „Integrierte Berichterstattung ist in fünf Jahren die Norm“

09.10.14 – An der Öbu-Veranstaltung zum Thema „Unternehmerische Berichterstattung – quo vadis?“ mit engageability und SGS diskutierten internationale Vertreter der Nachhaltigkeitsberichterstattung über die Trends und Schwierigkeiten im Reporting. 


Arthur Braunschweig, Öbu-Vorstandsmitglied und Geschäftsführender Partner der E2 Management Consulting AG begrüsste die Teilnehmenden nach einem angeregten Stehlunch zum Reporting-Nachmittag. Er hob hervor, dass viele Schweizer Unternehmen sich an den GRI-Richtlinien (Global Reporting Initiative) orientierten, sich gleichzeitig aber viele KMU die Frage stellten, nach welchem Standard sie berichten sollten.

It’s about redefining values…

Der Nachmittag ging dann weiter mit einer Übersicht über bestehende Reporting-Standards und den sich abzeichnenden Trends. Peter Bakker vom WBCSD sprach dabei grundlegende nötige Veränderungen an. So müsse nicht nur ein Wandel Richtung integrierte Berichterstattung, sondern auch Richtung integriertes Management stattfinden. Dafür müssten auch nicht-finanzielle ökologische und soziale Faktoren einen Wert erhalten. Die Entscheidungen eines Unternehmens basieren so im Idealfall auf dessen finanziellem, sozialem und natürlichem Kapital. „In fünf Jahren ist integrierte Berichterstattung die Norm, in zehn Jahren Pflicht“, erklärte Bakker. Ein allgemeingültiger Standard müsse dabei sicherstellen, dass die Vergleichbarkeit, Wesentlichkeit und Relevanz der Themen in den Reports gewährleistet sei.

Presentation Redefining values, P. Bakker (pdf)

 

Berichterstattung pusht Transformation

An der darauffolgenden Podiumsdiskussion stiessen dann Rashila Kerai (Holcim), Daniel Rüfenacht (SGS, Société Génerale de Surveillance), und Daniel Wild (RobecoSAM, Beratung nachhaltige Investments) zu Peter Bakker dazu. Barbara Dubach von engageability führte durch das Gespräch. Dieses drehte sich um die Schwierigkeit der Erhebung des Werts sozialer und ökologischer Faktoren, und darum, wie man diese Transformation mit der Berichterstattung auch im Finanzmarkt voranbringen kann. Die Diskussion zeigte, dass Unternehmen erste interne Ansätze starten, wie z.B. die soziale und ökologische Gewinn- und Verlustrechnung bei Holcim, oder das „Grüne Buch“ von SGS, das die Kosten der nicht-finanziellen Faktoren im Verhältnis zum Einkommen bemisst. Um die Resultate zwischen Unternehmen vergleichen zu können und langfristig im Finanzmarkt zu etablieren, arbeiten WBCSD und verschiedene Partner derzeit an einem einheitlichen Protokoll, das in den nächsten Jahren erste Ergebnisse präsentieren soll.

Wesentlichkeit dank Stakeholdern

Anschliessend gab Barbara Dubach eine kurze Einführung in die Wesentlichkeitsanalyse. Sie zeigte aktuelle Studienergebnisse darüber, wie Unternehmen in ihren Berichten die wesentlichen Themen eruieren (Presentation Materiality 360, B. Dubach  (pdf)) . Danach folgte wiederum ein Podiumsgespräch mit Adrienne Williams (ABB) und Dominik Slappnig (Sika). Beide hatten in ihrem Unternehmen mit einer ausführlichen Stakeholderbefragung die Wesentlichkeit ihres Geschäftes abgeklärt. Und beide zeigten sich sehr überzeugt vom Nutzen eines solchen Prozesses, gaben aber auch zu, dass dieser mit erheblichem Aufwand verbunden sei.

Elvira Bieri von der SGS dankte zum Abschluss allen Beteiligten für den gelungenen Nachmittag und verabschiedete die Teilnehmer mit einigen zusammenfassenden Worten.

 
Fazit

Der Nachmittag zeigte, dass eine Wesentlichkeitsanalyse die Berichterstattung dahingehend beeinflussen könnte, dass lediglich die wesentlichen Themen berichtet werden und Standards dementsprechend angepasst werden. Je nach Zielgruppe des Berichts und Nutzen für das Unternehmen, können aber auch weitere Themen eingeschlossen werden, die für interne und externe Zwecke benötigt werden. Als ein Hauptfazit gilt schliesslich, dass die integrierte Berichterstattung für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen langfristig massgebend sein wird und auch als Treiber für den Transformationsprozess dienen kann.  

 

Hintergrundinformationen zu Reportingstandards (pdf, deutsch)

Corporate Reporting quo vadis - Minutes 141014 (pdf, english)