29. 03. 2001

Zweiter ÖBU-Preis für den besten Umweltbericht

Am 29. März wurde zum zweiten Mal ein Schweizer Preis für den besten Umweltbericht vergeben. Gewinner sind Canon bei den Grossunternehmen und Knecht & Müller bei den KMU.


Im Rahmen einer Veranstaltung mit dem vielversprechenden Titel „WE CARE“ wurde am frühen Abend des 29. März 2001 der zweite Preis für den besten Umweltbericht in der Schweiz verliehen. In die Thematik eingeleitet hat Reto Ringger von SAM Sustainability Group mit einem Referat zu Nachhaltigkeitstransparenz und Shareholdervalue. Mary Keegan von PricewaterhouseCoopers aus London sprach anschliessend über den aktuellen Trend, das Value Reporting, bevor die eigentliche Preisverleihung mit Carol Franklin, Geschäftsleiterin von WWF - als wichtigem Stakeholder - und Peter J. Hauser, ÖBU-Präsident über die Bühne ging.

Der ÖBU-Preis für den besten Umweltbericht besteht aus einem golden leuchtenden ö, und er beurteilt die Qualität der Umweltberichte gemäss dem "Stand der Technik". Dabei geht es um die Bewertung der Kommunikation über Umweltthemen, und nicht aber um die Bewertung der im Umweltbericht beschriebenen Umweltleistung der Unternehmen.

Zweistufiges Bewertungsverfahren
In einer ersten Stufe wurden alle Berichte durch ein Team von Umweltexperten von PricewaterhouseCoopers (PwC) nach einer Methode des Instituts für Wirtschaft und Ökologie an der Universität St. Gallen (IWÖ-HSG) bewertet. Das gegenüber der ersten Durchführung vor zwei Jahren überarbeitete Bewertungskonzept berücksichtigt insbesondere zwei neue Unterkriterien "Nachhaltige Entwicklung" und "Umweltinformation im Internet". Damit wird der stark zugenommenen Bedeutung dieser beiden Bereiche Rechnung getragen.

Je die zehn besten Berichte der beiden Kategorien KMU und Grossunternehmen wurden anschliessend von einer zehnköpfigen Experten- Jury (Prof. Dr. Thomas Dyllick, IWÖ-HSG (Vorsitz), Stephan Baer, BAER AG, Gabi Hildesheimer, ÖBU, Andreas Knörzer, Bank Sarasin, Kurt Köhl, Flumroc AG, Peter Gebhardt, Sulzer AG, Dr. Markus Lehni, Deloitte & Touche Experta AG, Dr. Arthur Mohr, Buwal, Dr. Ulrich Niederer, UBS, Daniel Wiener, ecos.ch AG) nach den Kriterien Vollständigkeit, Relevanz, Verständlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Publikumsgerechtigkeit und Gesamteindruck beurteilt.

46 Schweizer Firmen, zwölf KMUs und 34 Grossunternehmen, haben ihren Umweltbericht zur Bewertung eingereicht (gegenüber insgesamt 33 bei der ersten Ausschreibung 1999).

Mit einem ÖBU-Preis ausgezeichnet wurden schlussendlich die drei Besten beider Kategorien.

Die Gewinner
Dies sind in der Kategorie Grossunternehmen (ab 250 MitarbeiterInnen):

Canon (Schweiz) AG
...dank ihrem guten, übersichtlich und durchgängigen grafisch gestalteten Umweltbericht. Die Aufteilung in einen strategie-orientierten Bericht und einen detaillierten Anhang verleihen der Umweltberichterstattung der Canon eine besondere Art an flexibler Kommunikation. Von den "Eco-Design Prinzipien" bis zu den "Tipps für die Praxis" bietet der Bericht eine sehr durchdachte und zusammenhängende Umweltkommunikation.

Sulzer
...besticht durch seinen sehr guten Gesamteindruck. Mit dem Finanzteil "Umwelt- und Finanzperformance – Shareholder Value" setzt Sulzer in der Schweiz die Massstäbe für die finanzielle Umweltberichterstattung. Weitere beachtenswerte Elemente des Berichtes sind der Fokus auf Ökoeffizienz sowie die ökologische Relevanzbewertung der Produkte.

Credit Suisse
...widerspiegelt die umfassendste und ansprechendste Umweltberichterstattung eines Finanzdienstleisters in der Schweiz. Dazu beigetragen haben insbesondere die neuen Produktkennzahlen und die aufschlussreiche Auflistung des Nutzens aus dem Umweltmanagementsystem.

In der Kategorie KMU (bis 250 MitarbeiterInnen):

Knecht & Müller
... kann als gelungenes Beispiel für einen Umweltleistungsbericht bezeichnet werden. Insbesondere hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Weiterentwicklung der Umweltproblem-Matrix.

Flumroc AG
...besonders erwähnenswert ist die Diskussion der Produkte und die übersichtliche Darstellung aller wichtigen Themen.

Aargauer Zentralmolkerei
...sticht vor allem durch die gründliche Auflistung der Umweltziele mit Massnahmen, Verantwortung und Termin heraus.

Alle andern Unternehmen wurden auf dem vierten Rang platziert:

  • ABB Immobilien
  • Baer AG
  • Bank Sarasin & Cie.
  • Basler Versicherungen
  • BDS Safety Management AG
  • Calida AG
  • Ciba Speciality Chemicals
  • Collano Ebnöther AG
  • Coop Schweiz
  • De Sede
  • EMS-Chemie
  • Ernst Schweizer AG
  • F. Hoffmann-La Roche AG
  • Forbo International AG
  • Geberit
  • Georg Fischer AG
  • HCB
  • Knoll AG
  • Lange AG
  • Lista AG Erlen
  • Maestrani
  • McDonald’s
  • Mettler Toledo GmbH
  • Migros Genossenschaftsbund
  • Minoteries de Plainpalais SA
  • Novartis
  • SAir Group
  • SBB
  • SFS Services
  • Siemens
  • Sika
  • SV Service
  • Swiss Re
  • Swisscom
  • Tetra Pak (Suisse) SA
  • TMF Extraktionswerk AG
  • UBS AG
  • Unique Zurich Airport
  • VBS
  • Zürcher Kantonalbank


Weitere herausragende Berichte
Besondere Erwähnung verdient vielleicht auch das VBS, welches als erstes und einziges Bundesdepartement einen umfassenden Umweltbericht erstellt. Weiter kann auch der Bericht von Geberit hervorgehoben werden, welcher durch eine hohe Transparenz in den wesentlichen Aspekten besticht. HCB (Holcim) hat einen sehr guten ersten Umweltbericht abgeliefert. Der Bericht ABB Immobilien fällt positiv auf durch die Definition weitgefasster Systemgrenzen.

Für Fragen:
Sabina Döbeli, Projektleiterin ÖBU
Tel. 01 364 37 38

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