24. 09. 2000

Enttäuscht über Nein des Stimmvolks zur Abgabe für die Umwelt

Die Schweizerische Vereinigung für ökologisch bewusste Unternehmensführung (ÖBU) ist enttäuscht über das Nein zu den Energielenkungsabgaben für die Umwelt. Sie hat sich als eine der wenigen Wirtschaftsorganisationen im Vorfeld der Abstimmung für die Umweltabgabe eingesetzt, da sie eine gute Grundlage für eine notwendige und wirtschaftsfreundliche ökologische Steuerreform dargestellt hätte. Dennoch sind der relativ hohe Ja-Stimmen-Anteil sowie die Annahme der Basler Bevölkerung, welche mit einer entsprechenden kantonalen Umweltabgabe bereits Erfahrungen gesammelt hat, ein deutliches Zeichen dafür, dass eine ökologische Steuerreform in Zukunft Chance auf Realisierung hat.


Die ÖBU bekennt sich zum Prinzip einer Nachhaltigen Wirtschaft. Nur ein dynamisches Gleichgewicht zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen ist nachhaltig und zukunftsweisend. Die derzeit noch praktizierte Verschwendung wertvoller Ressourcen kann auf längere Sicht aus Gründen der Umweltzerstörung und der Ressourcenknappheit kein gangbarer Weg bleiben. "Faktor 4" (Erhöhung der Ressourceneffizienz um das Vierfache) ist ein erreichbares und notwendiges Ziel für eine nachhaltige Entwicklung. Die Umsetzung des "Faktor 4" durch je eine Halbierung des Ressourcenverbrauchs während zweier Generationen ("2x2") verlangt beispielsweise eine jährliche Verbesserung um 2 bis 3 %.

Im heutigen Steuersystem wird vor allem der Faktor "Arbeit" belastet, der knappe Faktor "natürliche Ressourcen" hingegen kaum. Wir gehen davon aus, dass die knappen Wirtschaftsgüter zu besteuern sind, weil sie dadurch sparsam eingesetzt werden. Eine ökologische Steuerreform soll deshalb den Naturverbrauch als neues Steuersubstrat einführen, als zusätzliche Säule des gesamten Steuersystems, bei gleichzeitiger Senkung der Belastung von Arbeit.

Die ÖBU, wird sich weiterhin für eine ökologische Steuerreform, wie sie in der Umweltabgabe (Grundnorm) angelegt war, engagieren. Bei der Ausarbeitung einer neuen Vorlage zählt die ÖBU nicht zuletzt auch auf all jene Wirtschaftskräfte, die grundsätzlich eine Steuerreform wünschen, sich aber mit dem vorgeschlagenen Modell nicht anfreunden konnten oder wollten.

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