01. 12. 2011

Öbu-Preis 2011 – Roche überzeugt mit integriertem Bericht

Am Abend des 1. Dezember 2011 wurden im Rahmen des Forums Bernense, des 1. Ökologischen Wirtschaftsforums, an der PHW Bern zum siebten Mal die Gewinner des Öbu-Preises für den besten Nachhaltigkeitsbericht geehrt. Roche durfte für ihren hervorragenden integrierten Bericht den ersten Preis bei den Grossunternehmen entgegennehmen. Zweit- und drittplatziert waren Xstrata und Coop. Gewinner bei den KMU war erneut der Brillenglashersteller Knecht & Müller. Erstmals wurde bei den KMU ein Newcomer mit einem Spezialpreis ausgezeichnet: Menu and More

Der Öbu-Preis beurteilt seit 1999 zweijährlich die Qualität der Nachhaltigkeitsberichte von Schweizer Unternehmen. In Zeiten wirtschaftlicher Veränderungen sind Transparenz und eine glaubwürdige Kommunikation unabdingbar. Sie sind Voraussetzung für Vertrauen und damit ein wichtiger Beitrag zur Akzeptanz des unternehmerischen Handelns. Schaffen lässt sich diese Transparenz durch eine glaubwürdige Berichterstattung darüber, wie die Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft in Unternehmen wahrgenommen wird. Der Öbu-Preis würdigt die Anstrengungen der Betriebe, die in diesen wichtigen Bereichen offen über ihre Ziele und Leistungen – und auch ihre Schwierigkeiten – berichten.

Im Anschluss an die ordentliche Tagung des Forum Bernense, des 1. Ökologischen Wirtschaftsforums, an der PHW Bern wurden die besten Berichte 2011 ausgezeichnet. Dr. Peter Schnurrenberger, Leiter Group Safety, Security, Health and Environmental Protection von Roche, durfte den ersten Preis entgegen nehmen. Roche ist die Integration in den Geschäftsbericht bestens gelungen, ein einfaches Schema illustriert, wie die Verantwortung für die Nachhaltigkeit in allen Ebenen des Konzerns verankert ist. Dies überzeugte die Jury. Man erfährt, mit welchen Anspruchsgruppen zu welchen Themen zusammengearbeitet wird und dass Roche sich auch nicht scheut, heikle Themen anzusprechen. Link zum Bericht.

Den zweiten Rang bei den Grossunternehmen belegte Xstrata. Auch das international tätige Bergbau-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, das in einem sensiblen Bereich tätig ist und einen entsprechend breiten Nachhaltigkeits-Einfluss hat, wurde für seine umfassende Information gewürdigt. Es wird über die Aktivitäten im Bereich der Menschenrechte berichtet, aber auch Bussen wegen Vergehen gegen das Umweltrecht werden offengelegt. Formal hat der Bericht schon fast Lehrbuchcharakter. Markus Nöthiger, dem neuen General Manager Sustainability, wurde nur noch auf den Weg gegeben, den Stakeholdern auch eine Stimme zu geben, um den Bericht weiter zu perfektionieren. Link zum Bericht.

Den dritten Preis durfte Daniel Stucker, Mitglied der Geschäftsleitung von Coop, entgegen nehmen. Coop ist eine „alte Bekannte“ – schon 2 goldene Ö durfte sie abholen. Im Jahr 2005 waren sie die grossen Sieger, im Jahr 2007, wie auch jetzt, drittplatziert. Dass Coop sich stark in der Betriebsökologie engagiert, ist bekannt. Dass auch die nachhaltigen Produkte konstant zunehmen (bald 10 Prozent Anteil am Gesamtumsatz) , freut die Jury. Und eine interessante Tatsache, die man sonst kaum schon gesehen hat: Wie die Zunahme der Produktivität zur Erhöhung der Mindestlöhne beiträgt. Link zum Bericht.

Bei den kleinen und mittleren Unternehmen gewann einmal mehr Knecht & Müller. Bereits 2001, 2005, 2007 und 2009 durfte Peter Müller, Inhaber von Knecht & Müller, einen Preis entgegennehmen. Der Bericht, auch dieses Mal inhaltlich wie formal überzeugend, ist spannend und interessant zu lesen und geht teilweise sehr tief für einen Nachhaltigkeitsbericht. Die Jury konnte nicht anders, als ihn erneut zum Sieger zu küren. Darüber hinaus ist der Bericht hervorragend gestaltet und reich bebildert. Link zum Bericht.

Neu wurde bei den KMU ein Newcomer mit einem Spezialpreis ausgezeichnet. Menu and More hat zum ersten Mal einen Bericht gemacht und gleich überzeugt. Der hübsch illustrierte Bericht bietet eine übersichtliche Aufstellung der Stakeholdergruppen. Er ist sehr gut lesbar und äusserst publikumsgerecht aufbereitet. Der CEO Markus Daniel freute sich sichtlich über die Anerkennung. Link zum Bericht.

Daniel Wachter, der Nachhaltigkeitsverantwortliche des Bundes, schlug die Brücke zur Nachhaltigkeitspolitik und zur aktuellen Klimakonferenz in Durban sowie zur kommenden Rio+20 Konferenz im kommenden Sommer. „Aus dem doppelten Argument – rechtzeitiges Sich-Einstellen auf voraussichtlich stark steigende Knappheiten und Nutzung daraus erwachsender Chancen – bin ich also überzeugt, dass Unternehmen nach wie vor gut beraten sind, ihr Nachhaltigkeitsengagement fortzusetzen. Dazu zählt auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung.“ In diesem Sinne gratulierte und dankte er den Gewinnern des Öbu-Preises und den weiteren Mitbewerbern, die sich traditionsgemäss den vierten Platz teilen, für ihr Engagement.

Alle 44 für den Wettbewerb eingegangenen Berichte wurden in einem ersten Schritt auf der Basis eines Bewertungsinstruments geprüft, das sich primär an den Kriterien der Global Reporting Initiative orientiert. Für die Methodik verantwortlich ist Prof. Dr. Claus-Heinrich Daub, Leiter des Kompetenzschwerpunkts Nachhaltiges Management am Institut für Unternehmensführung der FHNW. In einer zweiten Stufe beurteilte eine Jury von ExpertInnen die Berichte nach den Kriterien Vollständigkeit, Relevanz, Verständlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Publikumsgerechtheit und Gesamteindruck.

Lea Gasser sorgte mit ihrem Akkordeon für gute Stimmung und den feierlichen Rahmen. Die SGS sponserte den Preisverleihungsevent.

Öbu-Preis 2011 – Roche überzeugt mit integriertem Bericht (PDF)
Liste aller eingereichten Berichte (PDF)

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