Der Wirtschaftsverband Öbu arbeitet bereits seit 20 Jahren an einer nachhaltigen Schweiz
Das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften feiert Geburtstag. Die Öbu, der heute 350 Firmen angehören, setzt sich seit 1989 für eine nachhaltige Schweizer Wirtschaft ein. Auch an ihrer Jubiläumstagung mit dem Titel „Die Chancen einer neuen industriellen Revolution“ sollen UnternehmerInnen zu mutigen Schritten Richtung Nachhaltigkeit inspiriert werden.
Die Gründung
Die Wirtschaft soll den Menschen dienen. Auch zukünftige Generationen müssen ihre Bedürfnisse befriedigen können. Deshalb braucht es eine nachhaltige Wirtschaft. Dafür engagiert sich die Öbu seit ihrer Gründung 1989.
Die Öbu ging aus einer Studenteninitiative der Universität St. Gallen hervor. Als Gründungsmitglieder haben sich 52 Unternehmen zu einem Verein zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Aufgabe anzupacken: Die Weiterentwicklung der Schweizer Wirtschaft nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. Durch die Wahrnehmung ökologischer und sozialer Verantwortung verbessern sie ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Bei der Gründung stand das Anliegen der ökologisch bewussten Unternehmensführung im Mittelpunkt. In den vergangnen Jahren hat die Öbu ihren Blickwinkel und ihr Tätigkeitsfeld ausgeweitet und befasst sich vermehrt auch mit Themen der sozialen Nachhaltigkeit.
Die Öbu setzt sich seit 20 Jahren auch für politische Rahmenbedingungen ein, welche die Anstrengungen der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit unterstützen und entsprechendes Verhalten rentabel machen. Damit Umwelt, Gesellschaft und Unternehmen neue Chancen erhalten. Der Bogen spannt sich von der Öbu Jahrestagung 1991 mit dem Thema „Energiesteuer“ bis zur Mitwirkung an der Vernehmlassung des CO2-Gesetzes im März 2009.
Aus Pionieren werden VorzeigeunternehmerInnen
Was kostet die Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise? Verschiedene Rechnungsmodelle setzen sich mit dieser Frage auseinander. Alle seriösen Antworten weisen aus, dass mindestens ein Teil der Umstellung rentabel ist. Besonders in den frühen Öbu Jahren war die Einstellung weit verbreitet, Unternehmen müssten sich zwischen Ökologie und Profitabilität entscheiden. Die Öbu zeigt an zahlreichen Fallstudien auf, wie Unternehmen in Nachhaltigkeit investieren und damit sehr erfolgreich sind. Die dargestellten nachhaltigen Vorzeigeunternehmen sind nicht nur profitabel, sondern sie sind auch sehr gut positioniert für die Zukunft. Das ist besonders der Fall, wenn sie im Markt als nachhaltige Anbieter wahrgenommen werden. Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder auf 350 gewachsen, sodass jeder siebte Arbeitsplatz in der Schweiz in der Öbu vertreten ist. Die Liste der Mitglieder umfasst vom kleinen Familienunternehmen bis zu Global Playern das ganze Spektrum von typischen Schweizer Unternehmen aller Branchen und Regionen. Etliche von ihnen werden sich im Mai auf der Rigi treffen, um das Jubiläum zu feiern.
Die Chancen einer neuen industriellen Revolution
Die Öbu setzt sich für eine neue industrielle Revolution ein und macht diese auch zum Thema ihrer Jubiläumstagung. Wachsende Umweltprobleme, fortschreitende Globalisierung und nun auch noch eine wuchtige Finanzkrise zwingen die Wirtschaft zu tiefgreifenden Veränderungen. Diese bringen auch Chancen für nachhaltige Unternehmen.
Am Forum ö werden verschiedene Dimensionen der nächsten industriellen Revolution diskutiert: Ein neuer Umgang mit Ressourcen, neue Produkte, eine neue Generation von Managern und Wissenschaftlern, neue Impulse in Politik und Gesellschaft. In der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise gilt es, die Chance zu nutzen und der Politik eine neue Rolle beizumessen. Eine moderne Umweltpolitik ist Ressourcen- und damit auch Wirtschafts- und Sozialpolitik. Wichtige Instrumente sind die marktwirtschaftlichen Instrumente, insbesondere die Lenkungsabgaben, die für ein umweltverträgliches Verhalten wichtige Anreize setzen. Bald heisst es: Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt.
Zwei Beispiele
Die Biketec AG in Kirchberg hat mit ihrem energieeffizienten Elektrofahrrad Flyer den Marktdurchbruch geschafft. Der Mitarbeitendenzahl wurde im 2008 auf 60 verdoppelt. Rund 80 Angestellte sollen es im Sommer nächsten Jahres sein, wenn die Biketec ihren Firmensitz nach Huttwil verlegt, wo sie derzeit eine eigene Fabrik baut – im Minergie-Standard, mit Regenwassergewinnung und Solarstromanlage notabene. Das Geschäft mit den leisen und schnittigen Elektrovelos boomt. «2004 produzierten wir noch 1400 Flyer. 2007 waren es schon 8000 und 2008 werden es mehr als 15 000 sein», sagt der Biketec Chef Kurt Schär. Seit ein paar Jahren baut Biketec nun ein raffiniertes Verleihsystem mit lokalen Angeboten in Tourismusgebieten auf. So profitieren Anbieter in der ganzen Region vom sanften Tourismus.
Die Öbu setzt sich dafür ein, dass in Zukunft der Begriff „Swissness“ auch Nachhaltigkeit bedeutet. Ein Beispiel dafür ist PB Swiss Tools im Emmental. Jedes Werkzeug ist nach den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung gefertigt. Trotz stetigem Umsatzwachstum verzeichnet PB Swiss Tools beispielsweise eine Verringerung beim Wasser- und Chemikalienverbrauch in der Produktion. Auf jedem PB Swiss Tools Werkzeug ist eine Seriennummer aufgedruckt. Mit Hilfe dieser kann auf der Homepage des Unternehmens jeder Produktionsschritt bis zum Rohmaterial und dem Fertigungsdatum zurückverfolgt werden. Alle Artikel haben eine zeitlich unlimitierte Garantie.
Link zur Mitgliederliste
Das Forum ö – die Jubiläumstagung
Donnerstagabend 7. Mai und Freitag 8. Mai 2009 auf der Rigi: „Die Chancen einer neuen industriellen Revolution.“
Unter anderem werden referieren: Michael Braungart, Thomas Dyllick, Friedrich Schmidt-Bleek, Fritz Fahrni, David Syz und Hans Ruh. Das Programm und weitere Informationen finden Sie auf www.oebu.ch.
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